Archiv der Kategorie: Symbolik

Runen

Vermutlich wird keiner anderen Schrift so viel Magie nachgesagt wie den Runen.  Diese germanischen Schriftzeichen nehmen in vielerlei Hinsicht eine besondere Stellung in der Schriftgeschichte ein.

Geritzt

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schriften wurden Runen nicht konstruiert oder geschrieben. Weder Griffel noch Feder waren die üblichen Schreibwerkzeuge. Sie wurden gekratzt, geschlagen oder geritzt. Das ist auch der Grund, warum diese Schrift überwiegend aus geraden und eckigen Formen besteht.
Es gibt verschiedene, sehr lokale, Schriftsysteme, die unter dem Sammelbegriff „Runen“ zusammengefasst werden. Darunter findet man Lautschriften, wo jedem Zeichen im Alphabet ein Laut zugeordenet wird, aber auch Begriffzeichen und Zahlen.

Futhark

Das Futhark ist die Runenreihe der Lautschrift. Sie hat nicht die für uns gebräuchliche „ABC“-Reihenfolge. Von daher leitet sie ihren Namen von den dortigen ersten Buchstaben ab: ᚠᚢᚦᚨᚱᚲ, F–U–Þ–A–R–K. Ihre 24 (bzw. 16) Schriftzeichen waren vermutlich ab 50 n. Chr. in Gebrauch. Trotz ihres ungewöhnlichen Erscheinungsbildes haben Runen ihren Ursprung vermutlich bei den  lateinischen bzw. griechischen Schriften. Doch entsprechend des Sprachgebrauchs wurde das Alphabet um einige Schriftzeichen erweitert. Erstmals gab es nun auch Zeichen für „J“, „U“, „W“ und „Þ“ (gleichbedeutend mit „th“). Der Laut für das englische „th“ wurde wohl später in die beiden uns bekannten Buchstaben „t“ und „h“ des lateinischen Alphabets zurücktransformiert.

„runa“ bedeutet Geheimnis

Doch Runen wurden nicht nur als schlichte Gebrauchsschrift verwendet. Sie galten als Entität der Schöpfung und verbanden das Magische mit dem Realen.  Die Runenkunde war das Eigentum der Priester und der „edlen Frauen“.
Als Schutzzeichen unter der Geburt oder auch  für Weissagungen wurden sie u.a. verwendet. So wurden beispielsweise für das Runenorakel die Schriftsymbole in kleine Holztäfelchen geritzt. Diese wurden in einen Leder- oder Stoffsack gesteckt und gemischt.  Dann wurde eine bestimmte Anzahl der Täfelchen gezogen und geworfen. Die Art, die Ausrichtung und die Reihenfolge der Symbole ließen dann die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft deuten. Auch heute noch finden Runen in der Esoterik ihre Verwendung. Die angewandten Regeln wirken mitunter jedoch recht beliebig.

Das dritte Reich

Nationalsozialisten und Neonazis interpretieren die altgermanischen Schriftzeichen gerne für ihre Zwecke politisch-esoterisch. So fanden Runen auch Einzug in deren Propagandamaschinerie.

Der Österreicher Guido „von“ List (1848-1919), Gründer des „Hohen Armanen Ordens“, veröffentlichte 1908 „Das Geheimnis der Runen“. Die darin von ihm aufgestellte Behauptung, dass die Runen die älteste Schrift der Menschheit sei, ist zwar absolut haltlos, doch wurde rasch verbreitet und von den Nazis übernommen.
List erweiterte in seinem Werk das Futhark um achtzehn weitere selbsterfundene Zeichen. Das letzte Zeichen dieser Reihe war eine Mischung aus „Wolfsangel“ und Hakenkreuz.

U.a. von diesem Werk ausgehend, nutzten die Nationalsozialisten die Runen als Symbole im Sinne der mythologisch-esoterischen Bedeutungen. Die „Thule Gesellschaft“, ein nationalistischer Orden, der den Aufstieg der nationalfaschistischen Partei finanzierte, erschuf sich eine neue Religion, die aus einer Mischung von Legenden der Edda, Grimms Märchen, den Wagneropern, alten Bräuchen und Gralsmythen bestand. Runen gehörten unweigerlich mit zu diesem Gedankenkonstrukt.

Mittelerde

J.R.R.Tolkien verwendete in seinem Roman „Der Hobbit“ ein angelsächsiches Runenalphabet. Später entwickelte er für seine fiktive Welt „Mittelerde“ weitere eigene Schriften, so auch das „Cirth“ genannte Runenalphabet.

 

Hier endet meine kleine Übersicht zu einem sehr komplexen Thema.
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Euer Markus Walther

Pflanzensymbolik in der Trauerkultur

Palmedel

Der Palmwedel ist ein häufig verwendetes Symbol auf Trauerschleifen. Er ist ein Sinnbild für das ewige Leben und die Auferstehung (bei den Griechen auch Sieg, Freude und Frieden). In der christlichen Kunst gilt er als Märtyrer-Attribut.
Die Bedeutung ist vermutlich bereits auf die Babylonier und Ägypter zurückzuführen, denn hier galt die Palme mit elastischem Stamm, der im Wind nicht brechen kann, als „Lebensbaum“.

Wein

In der Symbolik verschiedener Kulturen gilt Wein häufig als
„Lebenssaft“. Der Weinstock ist bereits seit der Antike ein Symbol des Lebens und der Wiedergeburt.
Im Islam gilt er als Zeichen göttlicher Liebe und der „Seinsfülle in der Ewigkeit“.
Im jüdischen und christlichen Symboldenken ist der Rebstock ein heiliger Strauch mit vielfältiger Bedeutung; er galt als Sinnbild des Volkes Israel, als Baum des Messias und als Messias selbst, der die Gläubigen wie die Rebzweige trägt.

Rose

Die Rose, in der Symbolik  ein Zeichen der Liebe, Zuneigung, aber auch der Verehrung der Toten, ist wegen ihres Duftes, ihrer Schönheit und Anmut eine häufig verwendete Symbol-Pflanze.
Im Christentum symbolisiert sie das vergossene Blut und die Wunden Christi. Dadurch verkörpert sie zugleich die mystische Wiedergeburt.
Da sie im Mittelalter ein Attribut der Jungfrauen war, ist sie auch ein Mariensymbol.

Ilex und Efeu

Ilex und Efeu sind, wie viele immergrüne Pflanzen, ein Symbol für Unsterblichkeit. Daraus abgeleitet sind sie auch Symbolpflanzen für das Ewige Leben, die Hoffnung und Jesus Christus.
Ilex gilt in Kombination mit Efeu als das männliche Teilelement, Efeu als das weibliche Teilelement.

Weide

Die Trauerweide ist wegen ihrer an rinnende Tränenströme erinnernden erdwärts geneigten Gestalt oft ein Symbol der Totenklage.
Am Palmsonntag geweihte Weidenzweige galten im Mittelalter unter anderem als Schutz vor bösen Einflüssen.

Ähre

Als Sinnbild des Lebens und als Grundstock der potenziellen Moglichkeiten gilt das Samenkorn. Der Samen, der in der Erde stirbt, um eine Pflanze entstehen zu lassen, ist ein Symbol des ständigen Wechsels zwischen Tod und Neubeginn, aber auch ein Sinnbild des Opfers sowie ein Symbol für die geistige Neugeburt des Menschen. Die Ähre ist in der christlichen Kunst ein eucharistisches Sinnbild des Leibes Christi. Im Mittelalter kann die Ähre jedoch auch in Verbindung mit dem „Schnitter“ -also dem Tod- gebracht werden.