Trauerfloristik und Umeltschutz

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist auch in der Trauerfloristik ein wichtiges Thema. Floristen müssen sich durchaus um die in Kränzen und Sträußen eingesetzten Deko-Materialien Gedanken machen .
Trauerschleifen müssen umwelttechnische Unbedenklichkeit aufweisen, und das nicht nur wegen der immer strenger werdenden Friedhofsauflagen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Trauerkränze und Sträuße kompostiert werden. Deshalb darf beispielsweise auch kein lackierter Draht zum Binden von Kränzen verwendet werden.

Symbol "Rose" auf einer Kranzscheife
Blütenkranz mit pinkfarbener Trauerschleife

Die meisten Seidenbänder sind heute vollständig biologisch abbaubar. So sind die Kranz- und Florbänder aus Seidenacetat, also Zellulose aus Holz, welches komplett und rückstandfrei in der Erde verrottet. In meinem Sortiment verzichte ich komplett auf Bänder mit Gold- oder Silberrand. Der für die Schmuckränder eigewebte „Lurex“-Faden besteht aus Aluminium und Polyester.

Die von mir verwendeten Farben sind lösemittelfrei (d.h. das Lösemittel ist Wasser) und belasten somit weder Gesundheit, noch Umwelt.

Papier

Mit dem Aufblühen der Kaufmannsklasse ab dem 12. Jahrhundert war in Europa die Schriftkunde nicht länger ein Privileg der Klöster. Nun fertigten auch Laienschreiber Urkunden und Abschriften von Büchern an. Geschrieben wurden diese wichtigen Texte auf Pergament.
Gebrauchstexte wurden hingegen noch immer wie bei den Griechen und Römern auf Wachstafeln geschrieben, denn Pergament war dafür zu teuer.
Oft wurden auch ältere Pergamente abgeschabt und wiederverwandt; so gingen viele Schätze literarischen und künstlerischen Schaffens verloren, weil ein günstiger Schreibuntergrund fehlte.

Diesbezüglich war Europa in seiner Entwicklung weit zurück, denn Medizin, Astronomie und Mathematik wurden durch die Kirche gehemmt.
Im arabischen Raum dagegen kannte man schon seit dem 8. Jahrhundert die Geheimnisse der Papierherstellung aus Hadern. Erfunden hatten sie die Herstellung von Papier  allerdings auch nicht. Das Wissen entlockten sie chinesischen Kriegsgefangenen. In China gibt es Papier vermutlich seit 105 n. Chr.

Im mittelalterlichen Europa wurde jedoch schießlich die maschinelle Herstellung des Papiers  in Papiermühlen entwickelt.  Unter anderem durch die Erfindung von Stampfwerk, Presse und Schöpfsieb wurde Papier mit der Zeit immer günstiger und löste das Pergament als Schreibuntergrund bis zum 17. Jahrhundert gänzlich ab.

Capitalis

Schon vor unserer Zeitrechnung schlugen die Römer die „Capitalis monumentalis“ in Stein. Diese Lapidarschrift (lapsis = Stein) diente als Vorlage für die handschriftliche Variante „Capitalis quadrata“. Zur Familie der Kapitalschriften gehören außerdem noch die „Capitalis rustica“ (eine zierlichere Variante der Quadrata) und die „römische Kursive“ (eine alltägliche Gebrauchsschrift).

Majuskeln

Die Capitalis ist eine Majuskelschrift. Das heißt, sie besteht nur aus Großbuchstaben (Majuskeln bzw. Versalien).
Das römische Alphabet entspricht unseren heutigen Großbuchstaben. Allerdings diente das „I“ auch als „J“ und das „V“ auch als „U“. Ein „W“ gab es bei den alten Römern gar nicht.
Die Capitalis monumentalis kennt zunächst weder Wortabstände noch Silbentrennung. Zur Worttrennung wurden in der Regel kleine Trennpunkte eingesetzt.

Proportionen

Die Proportionen der Buchstaben Monumentalis und der Quadrata gehen von einem Quadrat aus. Die Buchstaben A, O, Q und V entsprechen exakt einem Quadrat; die anderen Schriftzeichen werden von diesen Buchstabenformen davon abgeleitet.
In der Schriftklassifikation werden die Kapitalisschriften den Serifenschriften zugeordnet.

Im 5. Jahrhundert – nach dem Untergang des Römischen Reiches – wurden Unzialschriften verwendet. Diese bestanden zwar auch nur aus Großbuchstaben, jedoch kann hier schon die Entwicklung zum Kleinbuchstaben erkannt werden. Doch erst seit dem Jahr 800 n. Chr. kann von echten Kleinbuchstaben (Minuskeln) gesprochen werden.

Die Familie der römischen Kapitalschriften diente den Großbuchstaben der späteren Antiquaschriften als Vorbild.

Doodles

Doodles – also Kritzeleien – nennt man die kleinen Dekoelemente, die einem Handlettering etwas mehr Lebhaftigkeit einhauchen. Die einfachen, stilisierten Bildchen und Schnörkel erinnern durchaus gewollt an Comic und Graffiti.

Größere Bekanntheit erlangte der Begriff „Doodle“ durch de Konzern Google Inc. – Zu bestimmten Anlässen wurde und wird auf der Suchseite der Suchmaschine das Google-Logo verändert. So können zum Beispiel zur Fußballweltmeisterschaft mal eben die „O“s im Firmelogo durch skizzierte Bälle ersetzt werden, oder zu Geburts- und Sterbetagen das skizzierte Gesicht einer bekannten Persönlichkeit den Schriftzug ergänzen.

Der Internetriese hat Doodles jedoch nicht für sich allein gepachtet.

Im Grafikdesign werden Doodles gerne für Scribbles (Vorentwürfe) verwendet. Aber auch beim Endprodukt  (z.B. einer fertigen Werbung) können sie als Stilelement Verwendung finden.  Bei Gebrausanweisungen oder Erklärvideos finden die einfachen Handzeichnungen gerne Verwendung.

Zum Handlettering gehören Doodles einfach mit dazu.

Angefangen beim schlichten Banner, über dekorative Ornamente bis hin zur Schmuckranke ergänzen die zumeist mit Fineliner gezeichneten Bildchen den Gesamteindruck vieler Letterings.
Doodles kann jeder malen – zumindest jeder, der beim Telefonieren schon mal geistesabwesend mit dem Kugelschreiber kleine Kringel oder Herzchen zu Papier gebracht hat. Oftmals gilt die Parole: „Je einfacher, um so besser“. Smiley, Wassertropfen, Alien – alles kann als Motiv herhalten.

Doodles sind ein bewusster Gegenpol zu den durchgestalteten und perfekten Grafiken aus den Computern. Sie brauchen keine digitale Nachbearbeitung, Farbfilter oder Ähnliches. Sie sind am besten, wenn sie eben nicht durchgestylt sind. Ein Stift und ein Stück Papier, keine hochtrabenden Ideen, sondern reiner Spaß am Kritzeln und Zeichnen.

Doodle Anleitung
Kleine Anleitung für ein Blümchen-Doodle.

Unechte Kalligraphie

Unter Faux Calligraphy, zu Deutsch auch „unechte Kalligraphie“, versteht man die Nachahmung einer geschriebenen Schönschrift. Statt Pinsel, Federhalter oder Schreibfeder werden einfache Stifte, Fineliner oder Bleistifte verwendet.

Schöne Schrift mit einfachen Mitteln

Bei dieser Technik werden häufig die eleganten  Schreibschriften zunächst vorgeschrieben und anschließend sorgfältig gezeichnet. Während bei einer echten Kalligraphie die auf- und abschwellenden Strichstärken durch das Schreibutensil entstehen, muss bei der unechten Variante das Augenmaß herhalten. Feder und Pinsel werden also nur immitiert.

Spitzfeder versus Fineliner

Ein Beispiel: Bei einer  mit der Spitzfeder geschriebenen Schreibschrift wird für gewöhnlich jeder Aufschwung ohne Druck und jeder Abschwung mit Druck geführt. Linien, die also nach oben führen, werden dünn. Linien die abwärts führen dick. Daraus entsteht im fertigen Schriftbild die Eleganz.
Wird eine Schreibschrift nicht geschrieben, sondern gezeichnet, muss man  diesen Schreibrythmus in der Umsetzung berücksichtigen, obwohl Bleistift & Co. völlig andere Eigenschaften haben.

Faux Calligraphy wird häufig als Gestaltungsmittel des Handletterings verwendet. Hat man weder Brushpen, Pinsel oder Feder zur Hand, kann man jederzeit – selbst mit einen Kugelschreiber – auf die Schnelle passable Ergebnisse erzielen.

Als Gestaltungselement hat die unechte Kalligraphie allerdings auch noch weitere Vorteile, denn man kann alle Möglichkeiten des Handletterings mit einbringen. So können die Buchstaben etwa schattiert, punktiert, schraffiert oder als Outline dargestellt werden. Auch eine äußerst präzise mehrfarbige Farbgestaltung ist möglich. Geschriebene Tinten und Tuschen stoßen  im Vergleich dagegen schnell an ihre Grenzen, da sich die flüssigen Farben im Gebrauch halt anders verhalten.
Ebenso verhält es sich mit Schreibuntergründen: Große, raue oder unebene Flächen eigenen sich nur bedingt für eine echte Kalligraphie. Auch hier kann die Faux-Technik auftrumpfen.

Einer gekonnt geschriebenen Kalligraphie kann die „unechte“ Variante zwar nur selten das Wasser reichen, doch dem Laien kann sie trotzdem rasch ansehnliche Erfolge ermöglichen.
Vielleicht findet der/die Schreiber/in über diesen spielerischen Einstieg sogar die Liebe zum schönen Schreiben.

Handlettering
Handlettering, das alle Techniken in einem Bild vereint. Das Wort „Gefühle“ ist als unechte Kalligraphie umgesetzt.

Monogramm

Ein weiterer Teilbereich der Schriftgestaltung ist das Monogramm. Im späteren Mittelalter wurden Monogramme von Künstlern oder Handwerksmeistern verwendet, um ihre Werke vor Nachahmung zu schützen, aber auch um Selbstbewusstsein und Stolz auszudrücken. Es sind ausgestaltete Namenskürzel, die meistens aus den Anfangsbuchstaben von Vor- und Zunamen gebildet werden.

Der Begriff wird vom spätlateinischen „monogramma“ abgeleitet. Ursprünglich wurde er für den einzelnen Buchstaben (griechisch grámma = Schriftzeichen) verwendet.

Monogramm
Der Maler Albrecht Dürer verwendete dieses Monogramm als Signatur.

Heute findet man Monogramme auf persönlichen Gegenständen, wie Füllfederhalter oder Feuerzeugen. Auch exklusive Hotels markieren mit Monogrammen ihr Eigentum.

Siehe auch: Christusmonogramm

Illuminieren

Kalligraphie ist nicht nur das kunstvolle Schreiben von Buchstaben. Eine besonders meisterliche Tätigkeit der Buchmalerei ist das Illuminieren (von lat. illuminare, erleuchten).

Der „Miniator“ versah die mittelalterlichen Handschriften mit ornamentalen oder figürlichen Schmuck. Bis ins 19. Jahrhundert war Illuminieren die übliche Bezeichnung für das Kolorieren von alten Handschriften, Druckgrafiken, Holzstichen, Stahlstichen oder Holzschnitten.

Auch Gutenberg ließ seine ausgedruckte Bibel in Klöstern nachträglich rubrizieren und illuminieren, kunstvoll ausmalen, mit Buchmalerei versehen.

Schriftkataloge

Die Unmenge an Schriftarten, die in der heutigen Zeit zur Verfügung steht, ist nicht mehr überschaubar. Insbesondere der Computer hat das Grafikdesign in ungeahnter Weise beeinflusst.
Noch vor wenigen Jahren waren neben Farbkarten und Motivarchiven auch Schriftkataloge unabdingbar für alle Werbeberufe. Mühsam wurden Schriftarten (ab-)gezeichnet, von Hand bearbeitet und vervielfältigt.

Letraset

Als Vorlage besonders populär war der „Letraset“-Katalog: Ein dickes Buch mit mehreren hundert Schriftproben, die eigentlich Transferbuchstaben (Anreibe- bzw. Rubbelbuchstaben) bewarben.
Viele dieser Schriftarten wurden extra für „Letraset“ entworfen und gesetzlich geschützt, für weitere Schriften wurden die Rechte erworben.

Schriften im Computer

Heute findet man diese Schriftarten auch im heimischen PC. Die „Fonts“ wurden von Fremdanbietern einfach nachgemacht, leicht verändert und dann unter anderen Namen auf den Markt geworfen. Ein Beispiel für diese Art der Umgehung von Copyrights: Die weit verbreitete Druckschrift „Helvetica“ (gestaltet von Max Miedinger für die Haas’sche Schriftgiesserei) findet man auch unter zahlreichen anderen Namen auf allen gängigen Computer-Betriebssystemen wieder: „Nimbus Sans L“, „Arial“, „Swiss“ oder „Swissmade“. Die Unterschiede zum Originalfont sind gering.

Lateinische Ausgangsschrift

Warum schreiben wir heute eine Ausgangsschrift? Und was ist das überhaupt?

Die Geschichte der Schrift ist in ständigem Wandel. Selbst in den letzten hundert Jahren gab es beispielsweise in Deutschland keine einheitliche Schrift.

Sütterlin

Die 1915 an deutschen Schulen eingeführte Sütterlin-Schrift galt zu jener Zeit als eine Vereinfachung der bis dato gelehrten „allgemeinen Schulschrift“.
Bereits  1941 wurde die Sütterlin-Schrift durch die „deutsche Normalschrift“ (auch von der Arbeitsgruppe um Sütterlin erdacht) ersetzt. Diese Schrift basierte nicht mehr auf der Fraktur. Sie fußt in einer Antiquaschrift. Mit ihren steil geschriebenen Buchstaben  und stark ausgeformten Rundungen erinnert sie allerdings noch sehr an die Sütterlin-Schrift.

Lateinische Ausgangsschrift

1953 erfolgte eine neuerliche Schriftenreform. An allen Schulen in der jungen Bundesrepublik galt nun die „Lateinische Ausgangsschrift“ als verbindlich. Die  Proportionen wurden gestrafft, Kurvenformen vermindert. Revolutionär war der Gedanke der Namensgebung: Als „Ausgangsschrift“ galt sie nicht mehr als zwingend umzusetzende Normschrift. Die Schüler sollten eine  individuelle, eigene Handschrift entwickeln können.

Schulausgangsschrift

Ab 1968 wurde in Ostdeutschland die „Schulausgangsschrift“ eingeführt. Hier wurden die Großbuchstaben der Lateinischen Ausgangsschrift nochmals vereinfacht. Die Kleinbuchstabenbehielten  ihre Form bei.

Vereinfachte Ausgangsschrift

1973 Jahren wurde für Westdeutschland die  „Vereinfachte Ausgangsschrift“  entwickelt. Der motorische Aspekt der Schrift sollte in den Hintergrund rücken. Wichtiger war von nun an die Kommunikation.  Deshalb sollte sie einfach erlernbar und praktischer anzuwenden sein.
Schon 1980 wurde die Schrift wieder überarbeitet. Die Großbuchstaben sind so stark vereinfacht, dass sie an eine Druckschrift erinnern. Schmückende Elemente fehlen gänzlich.

Aktuell werden somit im gesamten Bundesgebiet drei Schriften den Schülern vermittelt: Die Lateinische Ausgangsschrift, die Schulausgangsschrift, sowie die Vereinfachte Ausgangsschrift. Welche Schrift gelehrt wird, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.