Das Alphabet der Phönizier

Die Wiege unserer Schrift ist das Alphabet der Phönizier. Sie schufen um 1200v. Chr. die erste Lautschrift. Erstmals stand ein Buchstabe für einen Laut.

Es fand rasche Verbreitung unter Kaufleuten und Gelehrten, konnte man doch nun Worte festhalten, ohne hunderte Hierogylphen lernen zu müssen. Auch die Keilschrift, die ungleich schwerer zu verstehen war, wurde durch das phönizische Alphabet abgelöst.

Phönizisch
Das phönizische Alphabet

Da die neue Schrift mit Lauten arbeitete, konnte sie auch für andere Sprachen verwendet werden. Schon bald entwickelten andere Völker aus dieser Schrift  eigene Varianten. Viele Buchstaben der heutigen Zeit leiten sich aus dem Phönizischen ab. Das hebräische, das arabische das griechische, das kyrillische und auch das latainische Alphabet entstanden aus dem phönizischen.

Das phönizische Alphabet bestand zunächst ausschließlich aus Mitlauten (Konsonanten). Auf Vokale (Selbstlaute: a, e, i, o, u) wurde verzichtet –man dachte sie beim Lesen einfach hinzu.

Lettering

Lettering ist Buchstabenkunst: Gezeichnete Schrift kombiniert mit Elementen des modernen Grafitti und der klassischen Kalligraphie. Das Schöne am Lettering: Mit etwas Lust am Gestalten kann es jeder erlernen.

Was ist Lettering?

Lettering ist ein aus dem Englischen eingedeutschter Fachbegriff und leitet sich von dem Wort „Letter“, also Buchstabe, ab.  Ursprünglich  wurde damit das Beschriften von Sprechblasen und die graphische Umsetzung von Lautmalereien in Comics bezeichnet.    Die handschriftliche Arbeit eines Letteres verlangt Kenntnisse von Kalligraphie und Typographie.

Heute versteht man unter dem Begriff Lettering aber auch das „Handlettering“ und „Brushlettering“. Beide Arten der Schriftgestaltung finden zur Zeit großen Anklang.

Handlettering

Das moderne Handlettering wird für gewöhnlich mit Bleistiften, Finelinern oder – ganz profan – mit Kugelschreibern ausgeführt. Die Schrift wird dabei nicht geschrieben, sondern gezeichnet. An erster Stelle steht häufig nicht die Lesbarkeit des Textes, sondern die kreative Ausgstaltung. Erlaubt ist, was Spaß macht und der Gesamtoptik des Entwurfs dient. Gerne werden hierzu neben den Buchstaben auch graphische Schmuckelemente ergänzt.

Zitat Andersen
Ein Zitat von Hans Christian Andersen ausgearbeitet in einem Handlettering

Beim Handlettern werden verschiedene Arten der Schriftgestaltung miteinander vereint. Klassische Schriftkonstruktion verbindet sich oft mit Elementen des Graffiti; einfache Handschrift wird durch elegante „unechte Kalligraphie“ ergänzt.

Brushlettering

Eines der klassischen Werkzeuge von Letterern und Comiczeichnern ist der Brushpen. Ursprünglich für japanische Kalligraphie konzipiert, erfreute sich der Brushpen rasch einer großen Beliebtheit bei Mangakünstlern.
Dieses spezielle Schreibwerkzeug wirkt auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Filzstift. Betrachtet man die Schreibspitze, bemerkt man allerdings rasch den Unterschied: Statt einer starren Filzspitze befinden sich dort feine Borsten. Brushpens (zu Deutsch „Pinselstifte“) eignen sich deshalb hervorragend zum Brushlettern.

Bounce Lettering
„Tag am Meer“ von den Fantastischen Vier. Ein Brushlettering umgesetzt mit einem Tombow Fudenosuke.

Im weitesten Sinne ist das Brushlettern eine Unterart der Kalligraphie. Hier wird die Schrift nicht gezeichnet oder konstruiert. Kunstvoll oder sehr verspielt wird die Schrift freihand geschrieben. Dabei gelten beinahe die gleichen Regeln, wie beim Umgang mit der anspruchsvolleren Spitzfeder. Anfänger kommen mit Brushlettering allerdings sehr viel schneller zu ansehnlichen Ergebnissen.

Wer sich für das Brush- und Handlettern interessiert, kann sich gerne für einen meiner Schriftkurse anmelden. Mehr Infos gibt es hier: http://schleifen-walther.de/kurse

 

 

Computer und Schrift

In den 80er Jahren wurde auch der Computer ein Werkzeug der Werbetechnik. Allerdings war der Umgang mit den Schriften ungleich komplizierter als mit den heutigen „True Type Fonts“. Geliefert wurden die Schriften auf faustgroßen Steckmodulen, die das Stück mehrere Hundert Mark kosteten. Der Preis war berechtigt: Jeder einzelne Buchstabe einer solchen Schrift, wurde vom Hersteller an mannshohen Staffeleien, Punkt für Punkt am Umriss entlang, von Hand digitalisiert.

Computer versus Handarbeit

Aufgrund der hohen Preise für Digitalschriften war es häufig einfacher einen Schriftzug weiterhin von Hand anzufertigen.
Die Fertigkeit Schrift mit Hilfe von Liniensystemen, diversen Zeichenutensilien und Messern zu zeichnen und zu schneiden, machte somit immernoch den größten Teil der Ausbildung zum Werbetechniker aus.

Durch die Digitalisierung der Schrift geht dieses Wissen um Schriftkonstruktion auf lange Sicht leider verloren. Plotter und Drucker übernehmen in der Werbetechnik heute weitestgehend die handwerkliche Arbeit.

Als ausgebildeter Werbetechniker (korrekte Berufsbezeichnung ist eigentlich Schilder- und Lichtreklamehersteller) empfinde ich es als besonders glücklichen Umstand, dass ich noch die „alte Schule“ erlernen durfte und trotzdem den Umgang mit den modernen Medien beherrsche.